Montag belegtes Brötchen, Dienstag belegtes Brötchen, Mittwoch belegtes Brötchen, Donnerstag belegtes Brötchen und Freitag wieder belegtes Brötchen. Fünf Tage lang habe ich in der Kantine gefrühstückt und ich habe langsam die Nase voll.
Wie kann es sein, dass man hier in Deutschland früh morgens nichts anderes außer Brot – belegt oder unbelegt – bekommt? Ist das Euch nicht langweilig? Mir reicht’s auf jedem Fall. Daher habe ich mir heute wieder was Chinesisches gemacht, für einen guten Start in den Tag.
Tang Bu Shuai (糖不甩) heißt dieses Gericht, das früher in manchen Regionen bei der Brautschau dem jungen Heiratswilligen und der Heiratsvermittlerin angeboten wurde, aber nur, wenn die Eltern der Braut mit dem jungen Mann zufrieden waren und einer Vermählung zustimmten. Das sind Klößchen aus Klebreismehl im Zuckerwasser, angereichert durch Eier, Erdnüsse und Kokosraspeln.
Ich weiß es nicht, ob die anderen Chinesen dies auch zum Frühstück essen. Ich tue das aber sehr gerne. Das Gericht ist süß, nahrhaft, unglaublich lecker aber dennoch nicht zu schwer. Einfach perfekt!
Rezept:
Klebreismehl
Süßkartoffeln
Honig/Rohzucker
Eier
Geröstete Erdnüsse in der Schale (nicht gesalzen)
Kokosraspeln
Zubereitung:
Die genaue Mengenangabe ist leider nicht überliefert, das ist auch nicht unbedingt nötig. Honig, Eier, Erdnüsse und Kokosraspeln: ich könnte mir vorstellen, dass diese Zutaten in jedem Mischverhältnis gut schmecken. Für meine 8 Klößchen habe ich ein Ei, eine handvoll Erdnüsse, gut zwei EL Kokosraspeln und zwei bis drei EL Honig genommen.
1) Eine kleine Süßkartoffel mit einem feuchten Küchentuch bedeckt in der Mikrowelle garen. Fruchtfleisch auslöffeln.
2) Klebreismehl, Süßkartoffel und Wasser zusamen zu einem glatten Teig kneten. Traditionell wird allerdings nur Klebreismehl benutzt.
3) Einen Topf mit Wasser aufsetzen und die Klößchen kochen. Wie man das macht, seht bitte hier.
4) In der Zwischenzeit ein Omelette machen und es danach klein schneiden. Das Omlette sollte man nicht salzen, weil das ganze ein Süßgericht ist.
5) Die Erdnüsse aus der Schale lösen, dabei auch die dunklen Häutchen entfernen. Die Erdnüsse in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz grob zerdrücken.
6) Den Topf sofort vom Herd runter nehmen, wenn die Klößchen gar sind. Wasser abgießen, dabei ganz wenig Wasser im Topf lassen. Den Honig dazu geben und die Klößchen im Honigwasser schwenken. Hier bin ich auch von der traditionellen Zubereitung mit Rohzucker abgewichen.
7) Klößchen anrichten und Honigwasser darüber gießen. Ei, Erdnüsse und Kokosraspeln darüber streuen.
Mhhh, himmlich!
Einkaufstip:
Klebreismehl wird sehr häufig in der asiatischen Küche verwendet. Im Asiamarkt findet man es in Plastiktüten. Das chinesische Klebreismehl wird normalerweise in einer weiss-grünen Packung verkauft. Hier ist der Link fürs Klebreismehl*.
Frühstück-Serie:
Guten Morgen, China! I – Klebreis-Klößchen
Guten Morgen, China! II – Pfannkuchen mit Fleischfüllung
Guten Morgen, China! III – Tang Bu Shuai
Guten Morgen, China! IV – Teeei
Guten Morgen, China! V – Matcha-Küchlein mit flüssiger Schokofüllung
Guten Morgen, China! VI – Hafertrunk
Guten Morgen, China! VII – Fermentierter Reis

4 Responses to “Guten Morgen, China! III”
Matthias
1 year ago
“Wie kann es sein, dass man hier in Deutschland früh morgens nichts anderes außer Brot – belegt oder unbelegt – bekommt? Ist das Euch nicht langweilig? Mir reicht’s auf jedem Fall. ”
Geil! Du sagst es, die deutsche Kartoffel kannste in Sachen essen vergessen. Dabei ist essen eines der schönsten Dinge in unserem Leben.
Ich geh schon gar nicht mehr zum Bäcker rein weil ich genau weiss da gibts nur Brot oder total übersüßtes Gebäck.
Schmeisst das Butterbrot endlich weg! Und esst was vernünftiges.
Hast du auch japanische Rezepte hier? Und weisst du vlleicht wo ich getrocknete Aprikosen die aber ganz hart sind und getrocknetes Fleisch herkriege?
Viele Grüßé bye
pimo
1 year ago
Ich persönlich finde Butterbrot nicht extrem ungesund, solange die Butter nicht 2cm dick ist.
Immerhin sind Kohlenhydrat, Eiweiß und Fett dabei. Aber langweilig ist das auf jedem Fall, jeden Tag nur Brot zu essen.
Darf ich vielleicht fragen, was Du frühstückst, wenn Du nicht zum Bäckerei gehst? Es gibt hier doch kaum Alternative außer selbst zu kochen.
Ich habe noch nicht so viele “reinen” japanischen Rezepte in diesem Blog, glaube ich. Ich sehe auch keine große Unterschied zwischen chinesicher und japanischer Küche. Die chinesische Küche ist raffinierter und die japanische ursprünglicher und ein bisschen leichter.
Harte Aprikosen kaufe ich im Bio-Markt oder mache ich selbst. Getrocknetes Fleisch gibt es im Asiamarkt. Allerdings würde ich persönlich nicht kaufen, weil ich sehr viele negativen Berichte gelesen habe. Ich mach es lieber selbst mit diesem Rezept.
Matthias
1 year ago
Hi,
danke für deine tips… also ich frühstücke morgens immer abwechselnd zwischen folgenden 3 Speisen:
-1 (Demeter-)Ei hart gekocht, dann gesalzen und mit einer Scheibe Vollkornbrot
-Hirsebrei, gekocht wahlweise mit 250ml Reis-, Hafer-, oder (Demeter-)Kuhmilch
-Amaranth Schoki Müsli mit wahlweise mit Reis-, Hafer-, oder (Demeter-)Kuhmilch
wenns die Zeit erlaubt gerne noch nen Tee oder nen nepalaesischen Kaffee. (schön mit Karadamon und Nelken hmmm)
bin mit dem Frühstück mitlerweile recht zufrieden denn es ist auch sättigend bis auf das Müsli das wohl am wenigstens Energie gibt, so kommts mir jedenfalls vor.
Früher hab ich öfters auch mal Rührei mit Lauchzwiebel und Knoblauch gemacht und gerne auch 2, aber das war wohl doch so einseitig. Hab nun auch erfahren das man max 3 Eier in der Woche essen sollte.
Wenn ich gar keine Zeit morgens hab dann tue ich auf ne Scheibe Vollkornbrot ein paar Scheiben Bergkäse, das tuts dann auch. Aber Mittags brauch ich dann was warmes:-)
Was hälst du von Miso Suppe oder Natto morgens? Miso Suppe macht leider nicht so satt. Naja und Natto muss ich erst noch testen aber hab gehört das essen auch viele zum Fruhstück.
bye
pimo
1 year ago
Miso-Suppe oder Natto als Frühstück ist sicherlich nicht schlecht. Das würde allerdings nicht reichen. Ist einfach etwas zuuu leicht.
Man braucht doch noch etwas kohlenhydrate dazu.