Ein Wok (chin. 锅) ist eine tiefe asiatische Pfanne, die jahrtausendelang in meiner Heimat China benutzt wird. Während die WMF-Pfannen für Chinesen zu einem der beliebtesten Reisemitbringsel aus Deutschland aufgestiegen sind, höre ich dauernd meine deutschen Bekannten und Freunden mit vollem Stolz sagen: „ich habe AUCH ein Wok zu hause“. Mmh, wie soll ich jetzt antworten? Mit Begeisterung „Super! Ein Wok ist genau das richtige für die chinesische Küche“ oder eher die Wahrheit, dass ich als Chinesin keinen Wok benutze. Jedes Mal habe ich mich für die erste Variante entschieden, um die Euphorie für die fremde Kultur nicht im Keim zu ersticken. Außerdem würde ich es auch komisch finden, wenn ein Deutscher mir mitteilt, dass er keine Kartoffeln isst und kein Bier trinkt.
Ein Wok ist toll, ehrlich. Er ist schwer, rudimentär und robust. Die Form des Wok leitet die Hitze gleichmäßig weiter und die hohen Seitenwände verhindern das Ausfallen der Speisen beim Rühren. Laut verschiedenen chinesischen Quellen gibt der WOK langsam das Spurenelement Eisen beim Kochen frei, was unsere Gesundheit fördern soll. Aber ist ein Wok die Voraussetzung für eine gelungene asiatische Mahlzeit? Die Antwort ist ein klares Nein. Um es verständlicher zu machen: David Garrett spielt selbst mit einer Geige vom Flohmarkt besser als ich mit einer Stradivari.
Wer trotzdem einen Wok kaufen möchte, sollte allerdings auf die folgenden drei Punkte achten:
1.Qualität
2.Qualität
3.Qualität
Ein traditioneller Wok ist aus schwerem Gußeisen und nicht beschichtet. Solche mit dünnen Wänden aus Aluminiumblech oder was auch immer taugen nichts, außer dass man sie nach zwei Jahren zu Blumentöpfen umfunktionieren kann.
Die Oberfläche sollte glatt und die Farbe tiefschwarz-glänzend sein wie die Feder einer gesunden Krähe. Da hierzulande nicht mit offener Gasflamme gekocht wird, was in China völlig normal ist, ist ein Wok mit rundem Boden nicht verwendbar. Ein Holzgriff ist meinem Empfinden nach sehr nützlich, ohne kann man sich natürlich auch mit einem Handschuh Abhilfe schaffen.
Ein Wok braucht gute Pflege, besonders vor der ersten Benutzung. In Kreis der chinesischen Köche ist die erste Pflege so kompliziert und die Methoden so außergewöhnlich, das es fast einen mythischen Charakter annimmt. Mit Schweinehaut, mit Asche, mit Sand, mit Öl, und und und. Um euren neuen Wok nicht zu ruinieren, gebe ich nur einen Tipp weiter, der sicherlich nicht schadet: Nicht mit Spülmitteln spülen sondern mit lauwarmem Wasser und einer Bürste. Etwas Öl auf einen Küchenpapier geben und den Wok innen damit auswischen. Solange wiederhohlen, bis das Papier beim Reiben sauber und farblos bleibt. Nach dem Kochen sollte ebenso nur mit lauwarmen wasser gespült werden, da die dünne Ölschicht, die beim Kochen zurückbleibt, den Wok vor Oxidation schützt. Nach dem Waschen sollte der Wok kurz auf dem heißen Herd stehen, damit das Wasser verdunstet, sonst würde der Wok rosten.
Viel Spass beim Kochen mit dem Wok wünsche ich Euch!
Titelbild:
Lizensfreies Foto von www.pixelio.de.
Fotograf: Dieter Kaiser.

One Response to “Wok ja oder nein”
ana
1 year ago
Ich habe AUCH ein Wok zu Hause! Allerdings klein, leicht und beschichtet (kein Gußeisen), und die Form finde ich super, da passt genau ein Spiegelei rein. Das ist glaub ich nicht ganz das was man unterm Kochen mit Wok vorstellt, aber ich koche halt selten.
Meine Eltern haben einen großen Wok, kochen im Gegensatz zu mir fast jeden Tag und finden diese Form auch super, ne tolle Sache ist das…